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Fettleber durch Zucker: Die unterschätzte Gefahr

5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze


Wenn man an eine geschädigte Leber denkt, denken die meisten an Alkohol. Doch es gibt eine andere, weit verbreitete Ursache, die eng mit Übergewicht verknüpft ist: die Nicht-Alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD).

Die Ursache ist ein generelles Zuviel an Energie – sei es aus Fett oder Zucker – in Kombination mit Bewegungsmangel. Eine besondere Rolle spielt dabei aber der Zucker, speziell der Fruchtzucker (Fruktose), der vielen verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken zugesetzt wird. Die Leber wandelt diesen Energieüberschuss direkt in Fett um und speichert es ein.

Die gute Nachricht: Eine Fettleber ist im frühen Stadium vollständig umkehrbar durch eine Gewichtsabnahme und einen gesünderen Lebensstil.

Wie Zucker die Leber verfettet


Die Leber ist unsere zentrale Stoffwechselfabrik. Da sie keine Schmerzen verursacht, wird eine Verfettung oft spät entdeckt.

Das Problem mit der Fruktose


Fruktose klingt nach gesundem Obst. Im ganzen Apfel ist sie auch kein Problem. Problematisch ist die isolierte, zugesetzte Fruktose in Softdrinks, Süßigkeiten und Fertigprodukten. Im Gegensatz zu Traubenzucker (Glukose), den alle Körperzellen nutzen können, wird Fruktose fast ausschließlich direkt zur Leber transportiert.

Kommt dort eine "Flut" an Fruktose an – etwa durch gesüßte Getränke –, ist die Leber überfordert. Sie baut den Überschuss direkt zu Fett um, das sie im eigenen Gewebe einlagert.


Die Folgen:

  • Insulinresistenz: Die verfettete Leber reagiert schlechter auf Insulin, was den gesamten Stoffwechsel stört und Typ-2-Diabetes begünstigt.
  • Entzündungsrisiko: Aus der reinen Verfettung kann langfristig eine Leberentzündung entstehen.

Der Weg zurück


Die Leber ist enorm regenerationsfähig. Die effektivste Therapie ist eine Lebensstiländerung: Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und der Verzicht auf zuckergesüßte Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel.

Quellenangaben:

Tacke, Roeb, Canbay (2022): Die wichtigsten Neuerungen in der aktualisierten S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastrenterol; 60(09):1303-1305.

Riazi et al. (2022) The prevalence and incidence of NAFLD worldwide: a systematic review and meta-analysis. Lancet Gastroenterol Hepatol. 7(9):851-861.

Spiegel Gesundheit (2013): Fruktose: Welches Obst enthält wie viel Fruktose?

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